Mit der Bitte um Weiterleitung
Es ist schon eine Weile her, dass wir einen Beitrag für Arte Entdeckung produziert haben, der eine 82-jährige Schamanin aus Ladakh portraitierte. Ayu Lhamo, gleichzeitig Titel des Beitrags und Name Titel namengebender Titel der Schamanin¹ wurde am 1. August im Vorfeld der olympischen Sommerspiele ausgestrahlt. Heute, fünf Wochen später, erreichte uns im Büro der Brief einer älteren Dame aus Frankreich. Neben dem geöffneten Zuschauerbrief in französisch lag ein weiterer Brief – dieser geschlossen – sowie ein Vermerkt der deutschen Arte-Redaktion bei:
Wenn ich die Zuschaueranfrage dieser Dame richtig deute, bittet sie um die Weiterleitung des Briefes an Ayu Lhamo.
Der Brief wird von Frankreich über Mainz, über die Hauspost am Lerchenberg, der Arte-Redaktion, wieder der Hauspost, nach Wiesbaden, durch die Hände meines Chefs, zurück zur Deutschen Post nach Indien und dort gewiss noch mit eben so vielen Stationen hoffentlich irgendwann in Saboo ankommen. Eine lange Reise für einen Brief, der aller Voraussicht nach von der älteren Französin nicht auf ladakhi verfasst wurde.
Aber schön ist es trotzdem.
- Das ist schwer zu sagen, denn Ayu Lhamo bedeutet übersetzt eigentlich ungefähr Großmutter-Schamanin. Sie wird zwar von jedem in dem Dorf so genannt, doch war sie von Geburt an sicher noch keine Großmutter. Kein Titel, keine Name. Irgendwas dazwischen.
Geschrieben am 08. 09. 2008
Der Artikel wurde von Max am 08. 09. 2008 um 15:24 veröffentlicht und gehört in die Kategorie apw.daily. Du kannst allen Kommentaren zu diesem Beitrag mittels einem RSS 2.0 Feed folgen. Ferner kannst du einen Kommentar verfassen, oder einen Trackback von deinem Blog aus senden.
Über den Autor
Max wurde 1984 in Darmstadt geboren. Seit Abschluss seiner Ausbildung zum Mediengestalter Bild & Ton arbeitet er als Postproduction Supervisor, Editor und Digital Imaging Technician für das Film- und TV-Produktionshaus Bewegte Zeiten in Wiesbaden.